Der Dachverband FairWertung - Kurzdarstellung zur Entstehungsgeschichte

Gemeinnützige Altkleidersammlungen haben in Deutschland eine lange Tradition. Bundesweit sammeln zahlreiche gemeinnützige und karitative Organisationen Altkleiderspenden. Die Sammelware wird – mit Ausnahme der Textilien, die z.B. in eigenen Secondhand-Läden Verwendung finden – an gewerbliche Textilrecyclingfirmen verkauft. Mit den Erlösen finanzieren die Organisationen ihre karitative Arbeit oder sozialen Zwecke.
Mit dem Sammeln und Vermarkten von Altkleidern sind die gemeinnützigen Organisationen Teil einer weltweiten Verwertungskette Dies war den meisten Verbänden und Organisationen aber lange Zeit nicht bewusst.

Das änderte sich, als 1994 erstmals eine Untersuchung über den weltweiten Handel mit Gebrauchtkleidung veröffentlicht wurde. Das Ergebnis: Der größte Teil der in Deutschland gesammelten Textilien wird später weltweit als Gebrauchtkleidung verkauft. Die Untersuchung warf dadurch auch die Frage nach den Auswirkungen auf die Märkte in den Importländern auf.

Gründung des Dachverbandes FairWertung e. V.
Einige Sammelorganisationen gründeten daher,1994 den Dachverband FairWertung e.V. Ihr Ziel war es, die Vermarktung von Gebrauchtkleidung durchschaubarer zu machen und selbst Einfluss auf die Verwertung der Alttextilien zu nehmen. Es zeigte sich aber bald, dass nicht nur die weitere Verwertungskette, sondern bereits das Sammeln von Alttextilien vielfach undurchschaubar ist.

Viele Organisationen verschleierten, dass die Kleidung gewerblich verwertet wird. Außerdem haben vielfach gemeinnützige Organisationen ihr Logo bzw. ihren Vereinsnamen an gewerbliche Sammler vermietet – was karitativ aussieht, ist damit in Wirklichkeit eine gewerbliche Kleidersammlung. Ein weiteres Problem waren und sind Sammlungen von kleinen Firmen mit Wäschekörben oder Sammeleimern unter karitativem Deckmantel.

Über Kleidersammlungen und den weltweiten Gebrauchtkleidermarkt zu informieren, ist daher eine wichtige Aufgabe von FairWertung. Mit den beiden Dokumentationen „Weiße Westen im Osten“ (2000) sowie dem „Dialogprogramm Gebrauchtkleidung in Afrika: Entwarnung für Altkleiderexporte?“ (2005) legte FairWertung zwei bis heute viel beachtete Untersuchungen zu Altkleiderexporten vor. FairWertung informiert zudem über dubiose Sammlungen und gibt interessierten Bürger/-innen Auskunft über Abgabestellen von Sammlern, die FairWertung angeschlossen sind.

FairWertung hat als erster Verband überhaupt verbindliche Standards für gemeinnützige Kleidersammlungen entwickelt. Die angeschlossenen Organisationen wollen deutlich machen, dass sie verantwortlich mit der von ihnen gesammelten Kleidung umgehen. Eine wahrheitsgemäße Information der Spender_innen einerseits und eine transparente Verwertung andererseits sind dabei zentrale Säulen des FairWertung Konzepts. Sie sind leider bei weitem noch nicht Standard bei Kleidersammlungen. Mittlerweile haben sich deutschlandweit über 120 gemein- nützige Organisationen dem Dachverband FairWertung angeschlossen.

Auch in Zukunft möchte FairWertung weitere gemeinnützige Organisationen und Einrichtungen für die Arbeit an transparenten Strukturen gewinnen (Mehr dazu finden Sie hier).

Beitrag empfehlen auf Facebook Beitrag teilen auf Google+