Textilrecycling zwischen Ökonomie und Ökologie – „Im Blickpunkt 2009“ erschienen

Ein wachsendes Angebot und günstige Preise für Textilien verlocken dazu, immer neue Kleidungsstücke zu kaufen. Doch die Sachen werden nach immer kürzerer Zeit wieder aussortiert und landen dann in der Kleidersammlung. Hier beginnt der Kreislauf des Textilrecyclings.

Im aktuellen Themenheft „Textilrecycling zwischen Ökonomie und Ökologie“ informiert der Dachverband FairWertung, wie die gesammelte Kleidung sortiert und weiter verwertet wird und welche Schwierigkeiten dabei auftreten. Ein kurzer historischer Rückblick beleuchtet den fundamentalen Wandel, der sich in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat.

Eine spezialisierte Branche

Beim Textilrecycling handelt es sich um eine spezialisierte Branche, die den Rohstoff Kleidung auf vielfältigste Weise nutzt. Dreh und Angelpunkt für das Funktionieren dieses Systems sind die Sortierbetriebe. Hier werden die Textilien und Schuhe, je nach Brauchbarkeit in unterschiedlichste Fraktionen sortiert, bevor sie an spezialisierte Abnehmer verkauft werden. Waren Alttextilien früher ein begehrter Sekundärrohstoff, sind sie heute vor allem als Secondhand-Ware weltweit gefragt.

Stetig wachsende Berge an minderwertigen Textilien in Kleidersammlungen stellen jedoch Textilsortierbetriebe zunehmend vor ökonomische Probleme. Denn bei minderwertigen Textilien sind die Sortierkosten höher als der Wert der aussortierten Artikel. Trotz dieser Schwierigkeiten handelt es sich beim Textilrecycling um ein Kreislaufsystem zum Nulltarif. Verbraucherinnen und Verbraucher werden – anders als bei anderen Konsumgütern - für die Entsorgung von Kleidung nicht zur Kasse gebeten.

Unseriöse Sammelpraktiken nehmen zu

Das Themenheft informiert außerdem über unseriöse Sammelpraktiken, die Kleidersammlungen immer wieder und zunehmend in Verruf bringen. So hat die Zahl der wild aufgestellten Kleidercontainer deutlich zugenommen. Außerdem werden vielerorts gewerbliche Sammlungen mit Wäschekörben oder Sammeleimern unter Verwendung eines wohltätig klingenden Vereinsnamens durchgeführt. Der Dachverband FairWertung möchte Hilfestellung geben, unseriöse Praktiken zu erkennen und so ein Bewusstsein dafür schaffen, Kleidung nur an seriöse Sammelorganisation abzugeben.

Das Heft „Textilrecycling zwischen Ökonomie und Ökologie“ kann zum Preis von 2,00 € zzgl. Porto beim Dachverband FairWertung bestellt werden.

i 24.06.2009