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Augen auf bei Kleidersammlungen!

Berlin/Essen Mit dem beginnenden Frühling sind sie wieder da: Vielerorts stehen plötzlich Wäschekörbe oder Plastikeimer vor der Haustür. „Wir brauchen dringend Schuhe“ heißt es auf dem daran befestigten Zettel. Oder „Helfen Sie, damit wir helfen können!“ Auf den ersten Blick scheint es eine karitative Sammlung zu sein. Schließlich stehen Name und Logo eines gemeinnützigen Hilfsvereins groß auf dem Sammelzettel. Was viele nicht wissen: Tatsächlich handelt es sich dabei um Sammlungen gewerblicher Firmen.

„Das Werben mit Wohltätigkeit hat bei Kleidersammlungen Konjunktur“, so Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE. „Denn so kommt man leichter an abgelegte Textilien.“ Insbesondere bei Sammlungen mit Wäschekörben oder Plastikeimern ist diese Masche zu beobachten. Dabei mieten gewerbliche Sammelfirmen den Namen eines gemeinnützigen Vereins, um ihrer Sammlung einen wohltätigen Anstrich zu geben. Tatsächlich hat der genannte Verein selbst mit der Sammlung aber nichts zu tun.

„Wird eine gemeinnützige Sammlung nur vorgetäuscht, so ist das unlautere Werbung“, stellt Andreas Voget vom Dachverband FairWertung fest, einem bundesweiten Zusammenschluss von gemeinnützigen Altkleidersammlern. „Außerdem werden bei diesen Sammlungen ungefragt private und öffentliche Flächen genutzt. Das ist auch rechtlich fragwürdig“, so Voget weiter.

VERBRAUCHER INITIATIVE und FairWertung empfehlen daher, sich nicht täuschen zu lassen:

• Seien Sie misstrauisch, wenn Sammelkörbe oder Plastikeimer aufgestellt werden.
• Prüfen Sie den Sammelaufruf genau. Skepsis ist angebracht, wenn mit einem wohltätig klingenden Vereinsnamen aus einer anderen Region geworben wird oder nur eine Handy-Nummer angegeben ist.
• Informieren Sie die örtlichen Behörden, wenn Ihnen eine Sammlung unseriös vorkommt

Gebrauchtkleidung sollte vielmehr gezielt an Sozialkaufhäuser, Kleiderbörsen und an Sammler gegeben werden, die transparent arbeiten. Sammlungen der FairWertung-Organisationen sind am Logo FairWertung auf Sammelzetteln oder Kleidercontainern zu erkennen.

Hinweis:
Gerne informieren wir Sie darüber, ob auch in Ihrer Nähe eine FairWertung angeschlossene Organisation gibt.

i 10.03.2011